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Dokumentationsstelle für Verbrechen an Heimkindern

01.02.2013
Es ist an der Zeit darüber nachzudenken, wie die Erlebnisse der österreichischen Heimkinder in der Nachkriegszeit aufgearbeitet werden könnten. Möglich würde dies durch eine niederschwellige Dokumentationsstelle für Verbrechen an Heimkindern unter voller Beteiligung der Opfer.

Es sind viele Monate, ins Land gezogen, seit die beiden von mir vertretenen Schwestern an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Bereits im Oktober 2011 habe ich im Namen der Opfer von der Stadt Wien eine lückenlose Aufarbeitung der Verbrechen und zudem eine österreichweite Untersuchungskommission gefordert. 

Die Aussagen der beiden Schwestern konnten bis heute nicht widerlegt werden. Im Gegenteil: Der Bericht von Prof. Sieder und die Wilhelminenbergkommission haben bereits jetzt Ergebnisse zu Tage gebracht, die ihre Aussagen stützen.

Ich sehe, dass die Wilhelminenbergkommission mit viel Engagement an den ihr gestellten Aufgaben arbeitet und für ganz Österreich relevante Ergebnisse zu Tage bringt, die verloren sein würden, wenn ihre Aufgabe (Untersuchung Wilhelminenberg) beendet ist und ihr Auftrag von der Stadt Wien nicht verlängert wird.

Vorschlag: Dokumentationsstelle für Verbrechen an Heimkindern

Ich sehe daher Bedarf für eine Dokumentationsstelle für Verbrechen an Heimkindern, die (wie die Wilhelminenbergkommission) das Recht haben sollte, Dokumente von öffentlichen Stellen, insbesondere Heimträgern (Bund, Länder, Gemeinden) einzusehen und zu prüfen und dafür auch mit öffentlichen Mitteln ausgestattet werden sollte.

Zudem sollten Opfer bei der Einsetzung dieser Stelle und auch bei deren Betrieb beteiligt werden, um deren Interessen größtmöglich Rechnung zu tragen. Besonderes Augenmerk wäre darauf zu richten, dass die Dokumentationsstelle niederschwellig eingerichtet ist. Damit würde - auf Basis der bisherigen Erfahrungen - berücksichtigt, dass es für viele Opfer eine große Hürde darstellt, ihren Fall zu melden.

Die Ergebnisse und Unterlagen der Dokumentationsstelle sollten Studtenten und Wissenschaftern zur Verfassung wissenschaftlicher Arbeiten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten ausgewählte Themen für Dissertationen und Diplom- und Masterarbeiten in den Disziplinen Sozialwissenschaft, Erziehungswissenchaft, Rechtswisschenschaft und Geschichte, vorgeschlagen werden.

Lernen wir (aus der) Geschichte!

All dies sollte dem Zweck dienen, nicht nur die Geschichte lückenlos aufzuarbeiten, sondern auch Vorsorge zu treffen, dass derartiges Leid am Rücken von Kindern nicht mehr passieren kann.

 


Rechtsanwalt

Dr. Johannes Öhlböck LL.M.

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